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Gesundheitsleistung im clinicum St. Georg

Bioelektrische Impedanzanalyse (BIA)

Die Bioelektrische Impedanzanalyse ist ein einfaches, schnelles, nicht invasives Messverfahren zur Bestimmung der Kompartimente des Körpers und damit der Überprüfung des Ernährungszustandes [2].

Diese Kompartimente des Körpers, also die Anteile von Körperfett, Körperwasser und Muskelmasse, werden über eine schwache, nicht spürbare Wechselspannung bestimmt. Zur Messung werden Elektroden an Händen und Füßen aufgeklebt. Das Verfahren beruht auf den unterschiedlichen elektrischen Leitfähigkeiten von Fett, Muskeln und Körperwasser.

Die Ergebnisse der BIA-Messung sind eine wesentliche Ergänzung und Vertiefung der in der Klinik routinemäßigen Erhebung von Körpergewicht, Gewichtsverlauf, Body-Mass-Index (BMI) und Nahrungsaufnahme. Sie können Hinweise auf Defizite wie insbesondere auf eine Mangelernährung geben, die gerade bei normal- und insb. übergewichtigen Patienten meist unentdeckt bleibt [2,3].

Bedeutung der BIA bei Tumorerkrankungen

Bei einer Krebserkrankung kommt es in Folge von verminderter Nahrungsaufnahme, gestörter Resorption im Verdauungstrakt, Geschmacksstörungen als Nebenwirkung der Tumortherapie oder krankheitsbedingte Stoffwechselveränderungen häufig zu einer Verminderung der Muskel- und auch der Fettmasse. Im Gegenzug kann das Körperwasser ansteigen (Ödeme, Aszites). Diese Veränderungen können durch ein zunächst unverändertes Körpergewicht maskiert sein.

Mit der BIA-Messung gelingt es, Veränderungen der Körperzusammensetzung frühzeitig zu erkennen und im Therapieverlauf zu beobachten. Sie ist damit ein wesentliches und wertvolles Instrument zum Monitoring des Ernährungszustands bei Tumorpatienten [1,2]. Dies erlaubt eine individuelle ernährungstherapeutische Beratung und ggf. Anpassung der Ernährung mit Zwischenmalzeiten, gezielter Anreicherung der Mahlzeiten, Trinknahrung oder auch intravenösen Maßnahmen.

Ein weiterer Messparameter der BIA ist der sogenannte Phasenwinkel, der Auskunft über die Beschaffenheit der Zellmembranen und damit der Zellgesundheit gibt [2]. Er kann zur Einschätzung der Verträglichkeit einer Tumortherapie im Verlauf wertvolle zusätzliche Hinweise geben.

Im Clinicum St. Georg wird die BIA routinemäßig in der Verlaufskontrolle unserer Tumorpatienten eingesetzt.

Quellen3
  1. Muscaritoli M et al. (2021): ESPEN practical guideline: Clinical Nutrition in cancer. Clinical Nutrition, 40(5), 2898–2913
  2. Reljic D et al. (2019): Bioelektrische Impedanzanalyse (BIA): Grundlagen und Anwendungen. Ernährungs Umschau 8/2019, M474–M485
  3. de van der Schueren MAE, Keller H, Cederholm T et al. (2025): GLIM consensus approach to diagnosis of malnutrition: A 5-year update. Journal of Parenteral and Enteral Nutrition